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Blick auf das Bordell "Sex Inn" im Bahnhofsviertel Archivbild : Die Etablissements dürfen wieder öffnen. Corona-Lockerungen für eine weitere Branche: In Hessen dürfen Rotlicht-Etablissements wieder öffnen. Noch gelten aber strenge Auflagen. Nach monatelanger Corona-Zwangspause sind am Freitagabend im Frankfurter Bahnhofsviertel wieder die Lichter der Rotlichtbetriebe angegangen. Für dieses Wochenende hatten die Lockerungen in Hessen es Bordellen, Clubs und Striptease-Bars erstmals wieder möglich gemacht, unter Auflagen zu öffnen.

Name: Trescha
Jahre: 24

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Seit einem Jahr sind in Hessen alle Bordelle wegen Corona geschlossen.

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Das legt die Annahme nahe, dass Prostitution insgesamt verboten ist. Ist sie aber nicht.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Nadine Maletzki ihr Bordell im Frankfurter Bahnhofsviertel zugesperrt. Seitdem ist das "Sex Inn" wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen - wie alle Bordelle in Hessen.

Doch Prostituierte gebe es im Viertel wie eh und je, sagt die Bordell-Chefin. Nur habn sich das Geschäft verlagert - vor allem in Hotels und Wohnungen: "Das ist der Ober-Hammer, was hier los ist", sagt sie. In einer Video-Botschaft an Volker Bouffier rechnet sie auf Youtube mit dem Corona-Regelwerk ab: "Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Was Maletzki stört: Die Corona-Verordnung CoKoBeV untersagt nur den Betrieb von "Prostitutionsstätten".

Prostitution als solche wird aber gar nicht erwähnt. Fast ein Jahr lang rätselte die Branche, wie das zu interpretieren sei: Ist käufliche Liebe damit insgesamt verboten?

Das Frankfurter Ordnungsamt interpretierte die Verordnung anfangs als Komplett-Verbot. Im September vergangenen Jahres teilte es dem hr mit: "Nach der CoKoBeV ist die Ausübung der Prostitution derzeit in Hessen verboten".

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Doch kürzlich relativierte die Behörde die Vorschrift. Tatsächlich hat das Sozialministerium nach eigenen Angaben bereits Anfang März die Ordnungsämter über eine Änderung ihrer Rechtsansicht informiert. Diese Auslegung ist auch neu für den Frankfurter Verein "Frauenrecht ist Menschenrecht", der in ganz Hessen Prostituierte berät. Viele Prostituierte kümmern sich allerdings gar nicht um die Corona-Verordnung, sie arbeiten einfach weiter. Und auf einschlägigen Internet-Portalen bieten hessenweit hunderte Frauen und Männer erotische Dienstleistungen an - in Hotels oder in Privatwohnungen.

Vieles davon ist klar illegal, unabhängig von der Corona-Verordnung. Dagegen vorgehen könne man "nur durch eine dauerhafte Präsenz von Ordnungskräften", erklärt das Frankfurter Ordnungsamt auf hr-Anfrage. Damit will sich die Bordellbetreiberin Maletzki nicht abfinden.

Sie hat Strafanzeige gegen Stadt Frankfurt erstattet. Dabei könnte sie im "Sex Inn" zumindest ein Hygiene-Konzept durchsetzen.

Aber so ist es in Hessen derzeit geregelt: Käufliche Liebe ist erlaubt - aber nicht im Bordell. Leer sind die Flure in einem derzeit geschlossenen Bordell im Frankfurter Bahnhofsviertel. Von Tobias Lübben Vor ziemlich genau einem Jahr hat Nadine Maletzki ihr Bordell im Frankfurter Bahnhofsviertel zugesperrt.

Betreiberin Nadine Maletzki steht vor ihrem derzeit geschlossenen Bordell "Sex Inn" im Frankfurter Bahnhofsviertel. Zum Seitenanfang.